Fußballzauber Richard Golz: "Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt." Fußballzauber

Tipprunde:
Startseite

WM Berichte

Tipps abgeben

Tipps ansehen

80 Min gut gespielt

Hobby zuerst
  2007
  2006
  2005
  2004

Regeln

Videos

Admin

Name:

Passwort:


Seite gesendet:
So. 25.10.2026 15:34

Leher Fußballturnier 2006
oder
die modernste Interpretation der 'Turnier-Mannschaft'

Dieses Jahr konnte erstmalig Holger für ein Bericht vom Leher Pokal-Turnier gewonnen werden:
Die Schwagomaten haben bei der dritten Teilnahme am Leher Schützenfest-Turnier ihre bisherigen Auftritte bestätigt und durchaus ihre ganze Klasse bewiesen. Auf Grund eines offensichtlich geschoben Spiels reichte es für das diesmal im rot-weißen Jersey aufspielende Schwagomat-Team zum zweiten Platz – und angesichts der dramatischen Ereignisse auf dem schwer zu bespielenden Geläuf an der B 70 muss man vielleicht sagen: Nur zu einem zweiten Platz.

Viel Steigerungspotenzial bietet dieses Kollektiv ballfertiger Persönlichkeiten nicht mehr. Die letzten Prozente sind eventuell in der Organisation vor dem ersten Anpfiff zu suchen. Immerhin: Während SuS Lehe I B gegen die SuS-Altherren um Tore und Punkte kämpfte, diskutierten wir noch in der Kabine über Aufstellung, die Ästhetik der Trikots und die voraussichtliche Ankunft von Sturmtank Hubi, der im Stau zwischen HH und HB stecken zu bleiben schien. So ging es auch ohne den Routinier in die erste Partie. Nominiert wurden: Bobbert im Kasten, die Kette mit Andre, Holger und Christian, zentral Rainer und Hermann, vorne auf lange Dinger hoffend: Volli. Uns gegenüber standen sieben Lehrer Frischlinge, heiß wie Frittenfett und zu allem bereit. Das A-Team der ersten SuS-Mannschaft zeigte sich nicht auf den Kopf gefallen: Geschickt nutzten die Jungs die allgemeine, innerhalb einer Viertelstunde nicht abstellbare Verwirrung der Schwagomaten. Die hoch gehandelten Herren präsentierten sich durchweg in einer desolaten Verfassung. Anders der Kontrahent: Der 8er schaltete und waltete nach Belieben, die Jungspunte nutzten die Räume geschickt, während wir jede Bindung zum Spiel und Mitspieler vermissen ließen, kopflos agierten und mehr mit Platzgröße und -beschaffenheit zu kämpfen hatten. Nach fünf Minuten tankt ein Leher auf halblinks durch und schließt engagiert ab. Torwartecke, Steher Bobbert war machtlos. Der zweite Unhaltbare kurz darauf: Auf der zweiten Reihe zieht einer ab, tunnelt unseren Schlussmann – 0:2. Ernüchterung. Wo blieb bloß Hubi?

Minuten vor dem zweiten Spiel bog der BMW ins weite Stadionrund ein. Hubi steigt aus, gelassen und locker mit der Erfahrung unzähliger Kreisligapartien. Geht jetzt noch was? Und ob! Als wenn es nie anders gewesen wäre, zelebrieren die Schwagomaten auf dem Acker im SuS-Sportpark Hacke-Spitze-eins-zwei-drei. Da guckt die Leher 1b-Mannschaft aber doof aus der Wäsche, als Hubi den Ball von linker Hand quer legt und meine Person freistehend den Abschluss sucht – und findet. 1:0! Das Tor gibt Sicherheit, traumwandlerische Sicherheit. Mit italienischer Entschlossenheit in der Defensive, brasilianischer Eleganz im Spielaufbau und Forechecking englischer Machart lassen wir unserem Gegner keine Chance. Jetzt muss ich lügen, aber ich glaube Rainer war es, der nach erneuter Vorarbeit von Hubi auf 2:0 erhöhte. Der „Man of the Match“ selbst ließ es sich nicht nehmen, die Treffer drei und vier zu markieren. Bobbert hielt auf der anderen Seite seinen Kasten sauber, und die Schwagomaten waren wieder zurück im Turnier!!

Das dachten sich auch die Altherren-Kicker des ausrichtenden SuS. Mit aggressivem Auftreten im Mittelfeld und weit aufgerückter Abwehr versuchten sie, den Gästen den Schneid abzukaufen. Was soll ich sagen, es blieb bei dem Versuch. Die Räume in der gegnerischen Hälfte nutzten wir meisterlich. Sieben Minuten sind gespielt, als sich Volli auf der rechten Seite durchtankt, spritzig durchstartet und aus spitzem Winkel vollendet. Wahnsinn, der Mann! Vorne beißt sich die Leher Altersabteilung, insgesamt noch überraschend frisch auf den Beinen, die Zähne aus. Bobbert avanciert in meinen Augen zum „Man of the Match“ (langwierige Diskussionsrunden am späten Abend brachten keine eindeutigen Ergebnisse) und sorgte für das Bild des Turniers: Mit der Mütze fischt der einen Hammer der Altherren runter. Der Ball liegt weit hinten im Stoppelfeld, die Mütze klebt im Tornetz und Nobbe liegt am Boden. Die Kollegen in Grün hatten ihren Meister gefunden.
Weil die WM gezeigt hat, dass eine 1:0-Führung niemals zum Sieg reicht, legen wir entspannt nach: Bobbert schickt Hubi lang, die Abseitsfalle ist ausgehebelt, der Sturmtank lacht den SuS-Keeper kurz aus und schiebt zum 2:0 ein. Jetzt weiß ich wieder nicht: Hubi glaub ich war’s, der dem Gegner, einem mittlerweile hoffnungslos zerstrittenem Haufen, noch einen einschenkte. Das 1:3 in der Schlusssekunde war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Die Entscheidung brachte das planmäßig letzte Spiel des Tages. Die eigenwillige Turnierarithmetik wollte es, dass die beiden Teams der ersten Mannschaft im direkten Duell aufeinander trafen. 1 A musste gewinnen, um Schwagomat (sechs Punkte) vom Thron zu stoßen, das wusste auch der stets umsichtige Schiedsrichter Bernd Hegemann. Geschickt führte er 1 B zum 1:0. Dank des sagenhaften Torverhältnisses von 7:3 waren wir jetzt Tabellenerster, aber der von den Altherren eingekaufte Fliegenfänger Holger T. im 1-B-Tor machte alle Hoffnungen der Schwagomaten zunichte. Am Ende gewann 1 A in diesem Skandalspiel – und holte sich mit neun Punkten den Ossentrunk. Und die Jungspunte (9 Punkte) waren sich nicht zu schade, den Pokal im weiteren Verlauf den Abends auch noch anzunehmen! Wir belegen Platz zwei, vor der Leher 1 B (3 Zähler) und den punktlosen Altherren.

In der Ehre gekränkt, forderten wir den Pokalsieger zu einem kleinen Re-Match auf. Was soll ich sagen. „Man of the Match“ Andre stempelte den gegnerischen 8er diesmal zur Bedeutungslosigkeit, dem Gegner wurde der Kopf beraubt, wir standen erneut sicher und ein Bogenlampenspektakel von Volli, Hubi und Christian schloss der emsige Fußball-Arbeiter aus der Bundeshauptstadt zum 1:0 ab. Wütende Angriffe folgten, aber die Schwagomaten ließen sich von ihrem Weg nicht abbringen, der da lautete: Pokalsieger-Besieger. Dafür gab es in der SuS-Festhalle zwar keinen Pott, aber immerhin die freundliche Anerkennung der großen SuS-Familie. Nicht ohne Stolz darf ich sagen, dass nun auch ich zu dieser Gemeinschaft gehören darf.

Die nächste Ausgabe des Turniers ist schon gebucht, dann auf satten Grün in der Mammes-Arena nebenan. Wenn man jetzt mal überlegt, dass diesmal mit Michael N. die ordnende Hand im Mittelfeld fehlte, die Mannschaft auf die technischen Fertigkeiten eines Wirbel verzichten musste, der pfeilschnelle Matthias kurzfristig absagen musste und Trainer Willi erst zum Biertrinken am Spielort erschien, und wenn man dann einfach mal darüber nachdenkt, dass diese Jungs hoffentlich im nächsten Jahr alle mit dabei sind, dann fällt mir nur ein Satz ein: „Es tut mir leid für die Gegner, aber diese Mannschaft wird über Jahre hinaus unschlagbar sein!“




Und hier nun ganz exclusiv die Einzel-Kritiken des Schwagomat-Teams von unserem Sozialwart Rainer:
Nobbe:
Unser Käpitän hatte zu Beginn des Turniers noch mit einigen Motivationsproblemen zu kämpfen. Nicht nur der starke Regen, sondern auch das Outfit des ehemaligen Erzrivalen FC Neulehe machten ihm zu schaffen. Umso erstaunter stellte man nach dem ersten Spiel fest, dass sich erhebliche Schweißperlen auf des Nobbes Gesicht abzeichneten. Unser Keeper musste halt etliche Male die von den Leher Kickern versiebten Bälle wieder holen. In den folgenden Spielen zeigte er aber wieder die gewohnte Klasse und wurde dann auch zurecht zum "man of the third match" gewählt.

Andre:
Im ersten Spiel wurde Andre noch vom 8er (Andres Kumpel Jojo) vorgeführt. Man hätte fast denken könnnen, dass da was getürkt war. Weit gefehlt; er zeigt sich in den anschließenden Spielen als geschickt agierender Abwehrstratege, der durchaus Akzente nach vorne setzen konnte. Dieser ehrgeizige junge Mann erhielt anschließend völlig verdient den Titel "man of the fourth match". der 8er hatte im letzten Revanchespiel nichts, aber auch gar nichts mehr zu lachen.

Holger:
Sehr hohe Erwartungen hatten alle an Holger. Universell einsetzbar war zu Beginn noch nicht klar, ob er sich die Frings-Position oder eher doch den Ballack-Posten sichern würde. Dann stellte sich aufgrund seiner extremen Kopfballstärke schnell heraus, dass Holger unser „Mertesacker“ war. Eine klasse Zweikampfbilanz, wobei er sich wirklich jeden hohen Ball sicherte. Aber auch im Spiel nach vorn konnte er durchaus Akzente setzen. Ein wahrer Führungsspieler, der auch nach dem Spiel zu überzeugen wusste.

Hubert:
Das der Hubi noch voll im Saft steht, konnte man von der ersten Minute seines Einsatztes sehen. Zweikampfstark und ballgewandt hat er die Schwagomaten im zweiten Spiel mitgerissen. Ein Stürmer, wie ihn sich jeder Trainer nur herbeisehnen kann. In der zweiten Phase des Turniers war sich der Hubi auch nicht zu schade, hinten auszuhelfen. Verdienterweise wurde er dann auch zum „man of the second match“ bestimmt.

Christian:
Christian hat sich prima in die Abwehrreihe integriert. Durch seine Zweikampfstärke machte er den gegnerischen Stürmern das Leben schwer. Seine schnellen Vorstöße nach vorn brachten immer wieder Gefahr für den Gegner. Aufgrund des Regens konnte er nicht soviel rauchen und hatte somit auch weniger konditionelle Probleme als im Vorjahr. Grandios war sein spielentscheidendes Tor gegen den Pokalsieger, als er mit einer Bogenlampe den Keeper des Gegners alt aussehen ließ.

Hermann:
Hermann, der eigentlich Rainer als Sozialwart ablösen sollte, hat sich als sehr mannschaftsdienlicher Spieler präsentiert. Seine konditionellen Schwächen machte er durch ein hervorragendes Stellungsspiel wett. Durch gekonnte Sprüche zur rechten Zeit hat er die gegnerischen Mittelfeldakteure geschickt verwirrt. Am Ball hat der alte Haudegen nichts verlernt. Lediglich ein Tor blieb dem Techniker nicht vergönnt. Bei der Wahl des „man of the match“ hat er noch versucht, sich selbst ins Gespräch zu bringen, aber die Kommission musste ihn da auf das nächste Jahr vertrösten.

Volli:
Der Volli wurde erst als Stürmer aufgestellt, bewies aber im Laufe der Spiele, dass er viel mehr kann. Selbstbewußt verzichtete er sogar auf die Schienbeinschoner mit dem Spruch: Brauch ich nicht!“ Konditionsstark glänzte er mit einer Reihe von Flügelläufen. Unbeeindruckt vom verlorenen ersten Match, hat er sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Beim Kick gegen die Altherren hatte er eines der besten Turnierszenen auf seiner Seite, als er bis zur Grundlinie marsch iert und anstatt der erwarteten Flanke die Kugel geschickt ins Netz befördert.

Rainer:
Der Senior des Schwagomat-Teams startete hochmotiviert ins Turnier. Er kam mit den Trikots des Erzrivalen ebenfalls nicht zurecht. Als er dann aber nach dem ersten Spiel, trotz des Regens, die erste Kiste Bier organisiert hatte, gabs kein Halten mehr. Mit dem Dope im Blut gelang dem Altstar sogar noch ein Treffer. Den Posten als Sozialwart, den eigentlich Hermann übernehmen sollte, hat er ab sofort wieder inne.




© Norbert Schwagmann, 2003-2007