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So. 25.10.2026 15:37

WM Spielberichte


Mi 05.07., Portugal - Frankreich (HF) in München (von ...)

fehlt noch





Sa 01.07., England - Portugal (VF) in Gelsenkirchen (von Bobbert)

Unser Auftrag für heute war klar: England muss raus! Da waren sich Holger, Hermann, Andre und ich schnell einig. Holger zeigte hier mit seinem Portugal T-Shirt auch unmissverständlich Flagge, wohingegen Hermann mit seinem US-Business Hemd jegliches Fußballinteresse leugnen wollte. Weniger einig waren wir uns allerdings bei der Frage, wo wir die Nacht verbringen sollten. Eine spontane Anfrage bei Roger in Herne war leider erfolglos, blieben noch die zwei Optionen "FanCamp" in der Dortmunder Westfalen-Halle für 30€ pro Nase oder Parkplatz vor der Halle für lau (Holger: "Ich leg mich hier neben das Auto!"). Da sich keine kurzfristige Entscheidung andeutete, ließen wir diese offen und brachen in blendender Stimmung Richtung Dortmund Hbf auf. Denn wir waren schon spät dran, die Feierlichkeiten zum vorabendlichen Deutschland-Spiel bei Mammes hatten unseren Zeitplan doch ein wenig beeinflusst.
Am Bahnhof erreichten wir nach kurzem Zwischen-Sprint den RginalExpress nach GE. Nach Zwischenstopp in Castrop-Rauxel gab es dann einen gefühlten 45-minütigen Aufenthalt in Herne. Vielleicht hatte die DeutscheBahn so viel Zeit eingeplant, damit die Heerscharen von Fans aus Herne in den von der FIFA zertifizierten "Fußball-Sonderzug" einsteigen können. Auf Grund dieses Zwischenfalls kam leichte Unruhe in der Truppe auf, denn es waren weniger als 2 Stunden bis zum Anpfiff!! In GE angekommen, war der Hunger dann aber doch größer als das Interesse, pünktlich zu einem WM-Viertelfinale zu erscheinen. Rein in den Döner-/Salatburger-Laden, Pils anbei und ertmal: schön hinsetzen und in Ruhe aufessen. Man man man...
In der S-Bahn, die vollgestopft mit schwitzenden und grölenden Engländern war, stellte Holger dann fest, dass wir uns heute von Anfang an von logistischer Seite her wie die ertsen Stadion-Gänger verhalten haben. Naja, man lernt nie aus. Aber wer kann auch ahnen, dass GE sich ebenfalls wie der erste Fußball-Gastgeber präsentiert. Noch weitere 10 Minuten in der Blechbüchse, und die Engländer hätten die Tram komplett auseinander genommen. Schließlich waren wir dann doch pünktlich 20 Minuten vor Anpfiff auf unseren Plätzen.
Zum Spiel ist ja schon viel geschrieben worden, nur so viel: Der Schiri hat dem Rooney heimlich die Rote Karte gezeigt (zumindest haben mindesten 3 Zuschauer das nicht mitgekriegt) und unser aller großer Wunsch ist in Erfüllung gegangen - die Engländer durften nach Hause fahren!!! Holger und ich wussten das allerdings schon vorher, denn wir hatten das gleiche Spiel (ebenfalls 1/4-Finale) ja schon zwei Jahre zuvor bei der EM gesehen... :-)
Nach dem Spiel dann noch das ein oder andere Pils eingeworfen, und schließlich konnte Andre sich durchsetzen und wir haben im sagenumwobenen Fan-Camp gepennt. Alles in allem wieder mal eine gelungene, erfolgreiche und lustige Aktion!!!!!





Fr 30.06., Deutschland - Argentinien (VF) in Berlin (von Michael_N)

Mein Motto der 1/4-Finalfahrt nach Berlin: "Und wir haben ein Idol - Arne Friedrich!"

Einen Tag vor dem Klassiker Argentinien-Deutschland, in Berlin, rauschte ich mit dem ICE Magdeburg in Berlin´s neuem futuristischem Hauptbahnhof ein! Bis Amboss und ich da via S-Bahn wieder raus war ca. eine Stunde um! Ein Wahnsinns Bau - mir gefällter zudem noch.
Im Zentrum Prenzlauer Berg kurz eingechekt das 6. & 7. Pils getrunken una ab auf die Fanmeile! Da ja kein Spieltag war, war dementsprechend nicht allzuviel losund wir sind weiter zum Reichstag zum Adidascenter. Da konnte auf Kleinfelder gebolzt werden. Amboss und ich haben Ruck Zuck ein OWL-Sauerland Team gegründet was durch einen 18-jähirgen Schweizer Fan ergänz wurde. Schnell wurden auch die passenden Opfer gefunden, die uns bei gefühlten 2 Promille und 30 Grad eine Hitzschlacht lieferten. Sehr geil von Adidas organisiert. Der Rest des Abends bestand darin, die Nervosiät ob des kommenden Tages mit ausreichend Bier in den Griff zu kriegen. Am Freitag auf der Fanmeiel konnte man die Spannung mit einer gewissen Aroganz verfolgen. Gegen 12. Uhr, also 5 STunden vor dem Spiel, wurden die Plätze reserviert. Man gut dachten wir, das wir uns diesem Streß nicht aussetzen müssen. In aller Ruhe ein paar Bier getrunken und schon mußten wir die Fanmeile leider wieder verlassen.
Vor dem Stadion wurde fleißig gehandelt. 1.500 Euro war der höchste Preis, den ich vernommen habe.
Auf unseren Plätzen angekommen waren wir froh, noch nicht ganz voll gewesen zu sein, denn sonst hätte ich das Ende vom Spielfeld wohl nicht mehr erkannt. Gefühlte 250 Meter von uns weg, hat sich Lehmann war gemacht. Wenn ich nicht, dank meiner Fanerfahrung, gewußt hätte für wen ich bin, es hätte passieren können, das ich für den Gegner anfangs geschrien hätte. Die Stimmung war der blanke Wahnsinn! So was hab ich noch nicht erlebt! Wir hofften auf ein 11-Meter schießen! Erstens um länger was von dem Spiel und der Spannung zu haben udn zweitens hat man ja hinten raus gesehen.
Von den 72.000 Besuchern waren ca. 95% weiß gekleidet. Ab der Verlängerung war die Anspannung nicht mehr auszuhalten. Aber dem Fußallgott sei dank, können wir deutschen Elfmeter schießen. Mein neues Idol, Arne Friedrich spielte meiner Meinung nach sein bester WM-Spiel! Gut sicherlich, wenn der Junge jetzt noch Flanken könnte, das wäre nicht auszuhalten. Das SPiel lebte von der Spannung und der Klasse der argentinischen Defensive. Letzten Endes aber egal: Wir sind im 1/2 Finale. Unseren nicht unverdienten Sieg mit einigen Gesängen auf Arne Friedrich wurd noch ausgiebig gefeiert. unseren nächsten Gegner haben wir mit Nichtachtung gestraft und das SPiel nicht gesehen! Alles in Allem war Berlin eine Reise wert.





Di 27.06., Spanien - Frankreich (AF) in Hannover (von Rainer)

Auf Nobbes Bitte hin hier ein kurzer Abriss vom Klassiker im Achtelfinale Spanien gegen Frankreich.
Um mein Auto einen Steinwurf weit vom Stadion parken zu können bin ich schon um 15:00 Uhr in Hannover angekommen. Nach ner Stunde sind Andre, der sich aus Braunschweig dazugesellte, und ich dann aufs Fan-Fest. Grandiose Stimmung von den dominierenden spanischen Fans, die nur noch durch einige Exoten aus Ghana getoppt wurde. Nachdem dann Nobbe und Nizu während des Brasilien-Spiels dazukamen, konnte auch locker die erste Pilsrunde bestellt werden. War für den praxiserprobten Norbert etwas schwierig, da er sich bei den becheraussortierenden Damen angestellt hatte.
Nichts desto Trotz konnte das Projekt Achtelfinale nach zwanzig Minuten trockener Kehle dennoch beginnen. Nach dem schmeichelhaften Ausgang des Brasilien-Spiels, welches von einigen Pfiffen und Buh-Rufen der Zuschauer kommentiert wurde, machten wir uns dann auf dem zur AWD-Arena. Dort trafen wir uns dann auch mit den Besitzern der Lower-Level-Kategorie-Karten (die haben nur die Hälfte bezahlt) namens Hermann, Roger, Jürgen (Hobby zuerst-Veteran) und Hermanns Sohnemann Ole, der im kompletten Deutschlandoutfit glänzte. Wir waren dann natürlich guter Dinge, für unsere Kategorie 1 -Karten auch einen adäquaten Platz nebst gratis Bier und Brat zu erhalten. Denkste! 20 Meter Luftlinie weiter saßen unsere Freunde und lachten sich nen Ast. Vor allem, weil drei bis vier Reihen hinter ihnen auch noch der Bestsellerautor Günther Grass saß, was die Jungs natürlich gleich für ein Foto mit ihm mißbrauchten. Dieses Foto wird dann wohl als Lesezeichen für die Bild-Zeitung verwendet werden, war dann natürlich der Kommentar der Upper-Class.

Schnell noch ein Pils bestellt und die Partie konnte losgehen. Das Stadion wurde meiner Meinung nach klar von Spanienern dominiert. Neben uns saß dann auch noch ein etwa zehnjähriger St. Pauli-Fan, der voller Stolz und pausenlos seine Pauli-Fahne schwelgte. Nach der relativ frühen Führung der Spanier und der anschließenden taktischen Plänkelei (Nobbe empfahl öfter mal einen Geflügelwechsel) dachte ich mir, es wäre doch mal wieder Zeit für ein Bier. Gesagt-getan! Nach kurzer Diskussion ums vierte Bier (kennt ihr ja mittlerweile) ein Riesenjubel. Ich habs verpasst. Stocksauer brachte ich den Jungs das Bier, um anschließend sofort pinkeln zu gehen. So schnell fällt ja wohl kein drittes tor, dachte ich mir. Mein Bier vertrauensvoll Schwager Andre in die Hand gedrückt und ab zur Rinne. Komme wieder und wat is? Da hat doch der abgebrochene St.Paulianer mein Bier umgekippt. Stocksauer sage ich euch!! Na ja, der Kleine hat sich dann mit der wedelnden Fahne entschuldigt und die Sache war erledigt.

Nachdem dann die Franzmänner das Spiel für sich entschieden, konnten wir die Super-Stimmung der Fans noch bis zum Bahnhof mitnehmen. Dort erstmal zwei Sixpacks eingepackt und ab nach Braunschweig, wo wir noch einen Döner verzehrten und dann in Nobbes Küche unser letztes Pils Marke Seppelpeter o.ä. lauwarm genießen durften. Dafür nochmals herzlichen Dank!
Mein Fazit dieses Tages: Mit tollen Jungs und einer super Stimmung ein feines WM-Fest gefeiert. Riesennummer!!!

Dazu noch die ein oder andere Anmerkung vom Herminator:
Wir haben nicht nur die riesen Stimmung der Fanmeile in den BHF retten koennen...Roger hat mit seiner gewohnt praezisen Vorgehensweise die kompletten Kuehlvorraete des angesichts der Umsaetze total ueberforderten Kiosks ja,...umgesetzt, um die noch einzig vorhandenen kuehlen Maenner-Handtaeschen (O-Ton Juergen) fuer SEIN Team zu ergattern. Unglaubliches zielgerichtetes Vorgehen, Zeit und Aufwand spielten keine Rolle. Diese Ladung durfte dann der Fahrer des TEAMS tragen, das derweil mit gewohnt schluepfrigen, aber genial bierwitzigen Verbalattacken eine kompletten S-Bahn Waggon unterhielten und M'Gladbach-Fans beleidigten. Einzige Motivation: die zugegebenermassen suesse Franzoesin auf der gegenueberliegenden Sitzreihe. Riesen Gelaechter, als sich ein TEAMmitglied erkundigte, ob die junge Dame denn heute noch auf den Weg nach Frankreich machen wuerde...nee, Goettingen, antwortete der Vater... Als wir dann noch die Kroaten-Schuhe an den Fuessen entdeckten, war uns klar, warum nur wir den Sieg der Franzosen feierten und spanisch trauerten. Spaetestens hier war es Zeit fuer die naechste Ladung Becks Gold. Die einzigen kuehlen Tropfen des verbliebenen Abends fanden ihren Weg. Danke noch mal an den Fahrer, der das nur beobachten durfte..





So 25.06., England - Ecuador (AF) in Stuttgart (von Holger)

Ui ui ui, da waren die so sensiblen Engländer aber beleidigt. Da nahmen doch die vielen Deutschen im Gottlieb-Daimler-Stadion zu Stuttgart das armselige Gekicke der angeblichen Fußballstars da unten zum Anlass, mal direkt ein paar „Deutschland, Deutschland“-Rufe in das weite, in das sehr weite rund dieses schönen Leichtathletik-Stadions hinauszuschreien. Und die Tommies? Gucken sich das einige Sekunden an, schwellen ihre eh schon dicken Hälse, pusten den tätowierten Oberkörper auf und schreien den Gastgebern mit Inbrust „In-ge-länd, In-ge-länd“ entgegen. Ein paar Stinkefinger zeigten direkt in unsere Richtung, und wenn uns nicht zwei, drei Reihen und eine fünfköpfige japanische Touristenfamilie von den besonders aggressiven Engländern getrennt hätte, hät’s vielleicht direkt ein paar auf die Mappe gegeben. Immerhin war wieder was los in der Cannstatter Kurve, gefühlte 165 Meter von grünen Rasen entfernt.

Aber von Beginn an: Nachdem das schon legendäre Navi-Wikipedia-Jawbreaker-Gerät von Bobbert, den ich um 9.44 Uhr in Frankfurt direkt vor dem Hbf eingesammelt hatte (dort, wo ich ihn zwei Wochen vorher noch rausgeschmissen hatte), uns in bekannt einwandfreier Manier direkt vor das Stuttgarter Stadion gelotst hatte, sprang Nobbe kurz in den Ticket-Store und kam mit zwölf fetten Pappen wieder raus: Wir hatten unsere Tickets für Achtel-, Viertel- und Halbfinale in der Täsch!!! Unfassbar. Geil, Nobbe! Auf dem Weg zur Butze von Jörg, der uns dankenswerter Weise Obhut gab in einer stürmischen Nacht, im Peugeot klassische WM-Dekadenz praktiziert: Erst fächert sich Nobbe mit den Tickets frische Luft zu, dann werden den Ecuadorianesen im Taxi nebenan die Billets präsentiert.

Bei Jörg gab’s für Norbert die erste Ruhepause seit dem Aussteigen aus dem Auto und für alle erst mal ein frisches Tageseröffnungspils. Und was trinkt man im Süden? Na klar: Becks. Es dauerte nicht lange, als Andre mit Physikerfreund Hans in der Tür stand; beide kamen direkt aus Leipzig. Also, es konnte losgehen. Norberts ungewohnt undynamisches Herauskämpfen aus dem leckeren Sofa gab einen Hinweis auf das, was in der Stuttgarter Fußgängerzone kommen sollte: Der Mann ließ nach dem opulenten Pizza-Hut-WM-Menü jeden Drang in Richtung Stadion vermissen. Einem Tagestouristen gleichsam hielt er sich Minuten mit dem Fotografieren einer Staue irgendeines württembergischen Heimatdichters auf, den die Engländer mit einer Georgskreuz-Fahne eingekleidet hatten. „Ey, guckt doch mal.“ „Boooobbert, wir wolln ins Staaadion!“ Okay, es war noch nicht fünf vor fünf, aber als entspannte Fußball-Reisegruppe will man ja nun nicht erst auf den letzten Drücker ins Stadion. Keine fünf Meter weiter ergötzt sich der feine Herr an der aktuellen Bastelarbeit der Grundschule Sindelfingen zum Thema WM, ausgestellt im Schaufenster des örtlichen Reformkostladens. „Ey guckt mal, die Puppen.“ „Bobbert!!!“ Zumal die Puppen Puppen im eigentlichen Wortsinn waren.
Wir gelangten irgendwann aber doch noch ins Stadion. War es die Hitze, oder warum ging uns vieles auf die Eier? Eine riesen Schlange an der einzigen Biertheke in ganz Degerloch, eine eigene Rückgabestation für die leeren Becher, dazu 90 Minuten Fußballgucken im Stehen, weil wir mit unseren Paraguay-Tickets mitten im englischen Block untergebracht waren.

Das Spiel war eine reine Katastrophe. Wer anfangs ansatzweise den Engländern freundlich gesinnt war, schwenkte richtigerweise spätestens noch vor der Pause um. Obwohl: Ich war denn doch für einen englischen Sieg, damit wir im Viertelfinale endlichen einen Kracher sehen und nicht wieder so ein Außenseiter-Topfavoriten-Duell mit ecuadorinesischer Beteiligung. So war es denn doch in Ordnung für mich, das 1:0. Jetzt können wir im Viertelfinale mit aller Energie für die Portugiesen sein! Michael, schmeiß dein England-Trikot in den Müll, bitte! Ich werde mein Portugal-Shirt herauskramen und stolz zum Spiel tragen. Auf das mir die asozialen Engländer das Ding vom Leibe reißen, wenn ich laut „Deutschland, Deutschland“ anstimme.





Mi 21.06., Iran - Angola (VR) in Leipzig (von Andre)

Norbert kam pünktlich zum Mittag aus Richtung Frankfurt angereist, um sich innerhalb von 24 Stunden nach Paraguay – Trinidad Tobago gleich das zweite Sahnestück der WM zu gönnen: Heute stand Iran – Angola auf dem Plan. Bevor es so richtig losgehen sollte, wollten wir uns noch kurz in der Mensa stärken, und die Köche des Studentenwerks Leipzig hatten für diesen Tag beschlossen, die Freunde der vegetarischen Küche mit einem Omelett gefüllt mit Champions zu verwöhnen – Norbert war geradezu aus dem Häuschen! Nachdem aus Lehe auch Christin aufgeschlagen war, machten wir uns gut eineinhalb Stunden vor Spielbeginn mit dem ersten kühlen Pils auf den Weg zum Stadion, um dort zu Josef, den vierten im Bunde, zu stoßen. Der irrte irgendwo in Stadionnähe herum, und konnte uns leider auch nicht genau sagen, wo genau er gerade ist, aber letztlich nahmen wir auch diese Hürde und fanden ihn – um dann vereint weiter umher zu irren. Die freundlichen, sehr hilfsbreiten, aber leider etwas ortsunkundigen Volunteers animierten uns mit ihren gut gemeinten Ratschlägen dazu, das Zentralstadion doch mal von allen Seiten zu bewundern. Als wir dann endlich den richtigen Eingang gefunden hatten (wir hätten jeden nehmen können…) und von vielleicht etwas überforderten Ordnern in den ersten Sicherheitsring gelassen wurden, mussten wir nur noch einmal komplett ums Stadion laufen. Unser anfänglich großzügiges Zeitpolster war mittlerweile auf ein Minimum geschmolzen, und Norbert wurde langsam schon etwas nervös („Und womit?“ wird er fragen). Letztlich fanden wir dann aber doch unsere Plätze, die glücklicherweise im Schatten waren und gute Sicht auf das Geschehen bieten sollten.

Der angolesianische Fanblock gleich rechts von uns (anfangs noch fast, später nur noch halb leer – die Jungs hatten ihren Eingang wohl noch nicht gefunden…) heizten ganz ordentlich ein, und auch das Spiel war durchaus unterhaltsam. Ein fröhliches hin und her, ein Spiel mit offenem Visier. Als Angola dann noch vor der Halbzeit in Führung ging und Mexiko gleichzeitig zurück lag, schien ein Weiterkommen Angolas in greifbarer Nähe. Zur Pause orderte Schnorrbert, der sich heute ungeniert von der Studentenschaft durchziehen ließ, ein Wasser und überraschte mit der Erkenntnis, nüchtern könne man ein Spiel ja gleich viel besser lesen. Klassische Münchner Schule.

Zurück zum Spiel: Nach der Pause machte der Ausgleich Irans leider alle Hoffnung der Angolesianer zu Nichte, und fairerweise muss man wohl sagen: Mit Recht. Vor allem Angola ließ im Spielaufbau immer wieder die Nötige Ruhe vermissen.
Gleich nach dem Abpfiff machte Norbert sich auf den Weg gen Braunschweig – seine Ehe retten – und ließ mich damit zurück mit Christin und Josef, mit denen ich dann noch ausführlich das Spiel analysierte und später noch auf dem Fanfest in Leipzig Argentinen – Holland schaute.

Fazit: Wir haben wohl eines der unterhaltsameren Vorrundenspiele gesehen, und ich persönlich bin froh, ein Spiel in „meiner“ Stadt gesehen zu haben. Nach dem Vorgeplänkel in der Gruppenphase sind wir jetzt bereit für die KO-Runden. England – Ecuador und vor allem Spanien – Frankreich (zu acht!!!) warten schon. Ich freu’ mich!





Di 20.06., Paraguay - Trinidad und Tobago (VR) in K'lautern (von Volli)

Nachdem Nobbe schon zum Frühstück in Kaiserslautern war, um eine kultur-geschichtliche Erkundungstour durch diese europäische Metropole zu unternehmen, musste ich erneut einen tiefen Vertrauensbruch der Deutsche Bahn hinnehmen. Bereits am Startbahnhof in Frankfurt hatte der Zug 15 Minuten Verspätung. Durch unermüdlichen Einsatz der DB wurden bis Mannheim 30 draus, so dass der Anschlusszug weg war. Als FIFA WM-Sponsor hat die Bahn allerdings als Sonderservice im Zug den Zwischenstand des Deutschlandspiels durchgegeben, als Ausgleich dafür, die Passagiere nicht rechtzeitig ans Ziel zu bringen. Ist das schon ne feine Geste. Mein persönlicher Dank gilt Herrn Mehdorn. So erfuhr ich von Kloses 1:0 im Zug.

In Kaiserslautern angekommen, begab ich mich auf die Suche nach meiner Fangemeinde: Nobbe, Tommes und Gabriel, ein Kumpel von Tommes (ja, die Karten gingen aus Nobbes Hand wie warme Semmeln). In einer Kneipe mit Ureinwohnern der Pfälzer Gemeinde kam es dann zur verspäteten Zusammenkunft. Nobbe hatte als erfahrener Fußballfan schon die Wirtin durch geschickten Einsatz von Trinkgeld und Freirunden auf unsere Seite gebracht, womit eine im Allgemeinen als mau zu bezeichnende Bedienung uns wohlgesonnen war. Dies galt allerdings nur für die Bierbestellungen, die Ausgabe von Kaffee an Tommes wurde (verständlicherweise) verweigert. Das Deutschlandspiel wusste aus unserer Sicht durchaus zu gefallen, auch wenn Nobbe lieber Deutschland als Gruppenzweiten gesehen hätte, um sie im Achtelfinale live zu erleben. Bis auf Kaffee-Tommes sind dann alle gut gelaunt auf die Fanmeile, nachdem er dort tatsächlich Kaffee bestellen und bekommen konnte, ging es mit ihm dann auch wieder aufwärts. Während Nobbe immer wieder lautstark auf seine Verbundenheit zu Bremen aufmerksam machte, „Werder, Werder“, wurde Tommes nicht müde, seine Sympathie gegenüber der FIFA, Ihrem Präsidenten und insbesondere ihrem kulanten Verhalten zu freier Werbung durch Nicht-WM-Sponsoren zum Ausdruck zu bringen.

Zwei Stunden vor Anpfiff wurde Nobbe nervös und drängte zum Aufbruch gen Betze. Als alter Hase führte er uns auf dem ausgewiesenen Weg zur blauen Zone des Stadions. Das OK hat sich mit den Fans wohl einen Scherz erlaubt und gibt ihnen die Gelegenheit, eine Wanderung durch Rheinland-Pfalz zu unternehmen. Nobbe war gar nicht mehr zu Scherzen aufgelegt, als wir eine halbe Stunde vor Spielbeginn noch außerhalb des Stadions waren. Nach dem Spiel nahmen wir dann den direkten Weg und brauchten 10 Minuten in die Stadt.

Das Spiel selbst sei auch noch kurz erwähnt. Paraguay war Mittelmaß, Trinidad schwach, zwei Tore gesehen und gut war. Stimmung im Stadion ok, aber auch nicht überragend. Andre hielt uns per SMS immer auf dem aktuellen Stand der Partie SWE-ENG. Nach dem Spiel ging es dann noch mal in den Fanbereich, um unserem Hauptanliegen nochmals nachzugehen, dummes Zeug labern. Noch schnell ein paar Fotos mit flotten Fan(innen) und dann auf den Heimweg.

Rundum eine klasse Veranstaltung, auch wenn fußballerisch keine Feinkost geboten wurde, aber das war ja auch nicht zu erwarten gewesen.





Do 15.06., Schweden - Paraguay (VR) in Berlin (von Holger)

Es begann früh am Morgen mit einem Bluff: Andre hatte schon diverse Zeit auf dem Bahnhof Rheine gefroren, als ich ihn im Zug nach Berlin auf sein gewagtes Outfit (dünnes Deutschland-Trikot, kurzer Buchse, keine Socken) ansprach. „Nein, nein“, hieß es nachgeradezu erbost aus des Jungphysikers Mund, „Berlin, das heißt 31 Grad!“ Viel Hoffnung und wenig Überzeugung schwangen mit durch die blauen Lippen… Aber er sollte Recht behalten: Unsere Hauptstadt war für die kleine Reisegruppe lustiger Sportsfreunde ein heißes Pflaster. Die kurze Hose war Pflicht unter der knallenden Sonne der Hauptstadt. Aufgrund desolater Grundplanungen standen Andre und ich zunächst ohne Bier da; erst auf Bobbert war Verlass: In Wolfsburg zugestiegen, zischten die ersten Pils. Andre war nicht am Start, er favorisierte in diesem Moment und auch den nächsten Stunden die „Alte Münchner Schule“. Aber er ist noch jung. In WOB wurden die beiden Schwagmänner zunächst an den ohne Zweifel bittersten Tag ihrer Tribünen-Laufbahn erinnert. Der Zug passierte rechter Hand das VW-Stadion, in dem die Beiden weiland geschlagene zehn Minuten die falsche, weil nämlich grün gekleidete Mannschaft des Gastgebers anfeuerten im Spiel gegen Werder Bremen. Als nach diversen Minuten der Schwatte im SVW-Sturm (Ailton) immer noch nicht ausfindig gemacht war, wuchsen die Zweifel und mündeten schließlich in die Problemlösung: Werder spielt in schwarz! Ohne Worte. Werder wurde in diesem Jahr 2004 trotzdem deutscher Meister. Ich schweife ab.

Berlin. In der Hauptstadt angekommen, ging’s auf die Suche nach Hubi. Der Hobby-zuerst-Sturmtank zeigte auch an diesem Tag Härte und nahm die Anreise im gepflegten Linienbus von HH nach Berlin auf. Auf der Fanmeile dann das Treffen und die Verbrüderung. Kaum wurde auf der elend langen Straße Sichtkontakt hergestellt, bog der Wirtschaftsprüfer rechts ab – um die nächsten vier Bier klarzumachen. Der Mann hatte Durst und gab fortan den Takt vor. Auf den unzähligen Großbildleinwänden lief Ekuador gegen Costa Rica. Für uns stand nach Abpfiff der ersten Halbzeit der kulturelle Part der Reise an: Brandenburger Tor und Sony-Center. Das ZDF hatte offensichtlich den kompletten Bereich okkupiert, und fehlende Eintrittskarten für das Studio kosteten uns die zweite Halbzeit des Ekuador-Triumphes. Dieser Lapsus sollte uns nicht noch einmal passieren, und kurzerhand setzten wir uns in die U-Bahn Richtung Stadion. Es hieß: Auf der Leinwand wird ab 18 Uhr das England-Spiel gezeigt. Vorm Stadion noch legte Bobbert den Grundstein zu einer Fernsehkarriere jenseits der Anden. Gemeinsam mit 14 Freundinnen und Freunden vom „Fanclub Nationalmannschaft Paraguay“ (eine wurde tatsächlich später zum „Fan of the Match“ gekürt) brüllte er in die Kamera des staatlichen Fernsehens… ja, was brüllte er denn eigentlich?

18 Uhr. So früh, nämlich drei Stunden vorher, war ich noch nie in einem Stadion. Dass wir nicht noch mit Anpacken mussten beim Kabelverlegen, war alles. Die Plätze ziemlich weit unten am Kurveneingang waren unterer Durchschnitt - haben wir gedacht. Verhalten aufkommende Kritik an Ticketing-Cheforganisator Bobbert verebbte prompt, als 14 bis 18 spärlich bekleidete Fandancerinnen aus den Katakomben hervortanzten und direkt vor unserem Block eine kleine Kostprobe ihres künstlerischen Schaffens gaben. Die Schweden um uns rum waren aus dem Häuschen. Wir vier betrachteten die Szenerie mit kritischer Distanz, gleichwohl war ein verstärktes Klicken von vier Fotoapparaten zu vernehmen. Die Cheerleader winkten uns freundlich zum Abschied zu und machten Platz für Ljungberg und Co, die leider nicht so nah zu uns kamen.
Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt: 88. Minute, Kopfball, Kopfball, Tor. Für die 45000 verrückten Schweden das Startsignal zur hemmungslosen Ekstase: Die Jungs (und Mädels) feierten wie besessen und waren kaum mehr einzukriegen. Im Lager unserer kleinen Reisegruppe hingegen Tristesse: Eben noch hatten wir eine für uns nicht ganz ungünstige Konstellation eines Gruppenzweiten Paraguay, der im Achtelfinale gegen die Deutschen spielt und verliert, sodass wir ab dann Viertel- und Halbfinal-Tickets für Deutschland haben, für so wahrscheinlich erklärt, dass die Realität gar nicht anders aussehen konnte. Und mit einem Tor waren unsere Paraguayanesen raus aus dem Turnier; wir waren stocksauer.

Die Stimmung besserte sich angesichts weiterhin frenetisch feiernder Schweden auf der Fanmeile nur marginal, und Hubi verabschiedete sich gegen eins als Erster in Richtung HBf; Andre und Schwag machten sich um zwei in Richtung BS auf, und ich fand nach einem schmackhaften Bahnhofsdöner um kurz vor drei direkt vor dem Fahrstuhl auf Ebene 2 meinen ersten Schlaf, der nur noch durch einen kleinen Gang zum Zug und einem unspektakulären Umsteigen in Hannover unterbrochen wurde. So wars! Alles in allem erneut ein riesen Ding, das wir da erleben durften.





Sa 10.06., England - Paraguay (VR) in Frankfurt (von Michael_N)

Das erste Bier für Nobbe, das x-te für
den Rest Der Tag fing damit an, dass Norbert uns drei, Rainer, Holger und mich, in einen Schockzustand sondersgleichen versetzt hat! Punkt 6.45 Uhr am Samstagmorgen sagte Norbert mir via Telefon, dass er noch nicht wüßte ob er es bis 15.00 Uhr nach Frankfurt schafft! Obskure Darmprobleme war seine Diagnose! Er hätte sich eine Zugverbindung rausgesucht und wollte probieren ob es ginge. Nobbi war ja nicht so wichtig, ausser dass er der Mann der Tickets war! Ich war jedenfalls hellwach als ich aufgelegt hatte!
Ich rein in meinen Boliden zum Kamener Kreuz gejuckelt und dort Rainer und Holger aufgesammelt oder umgedreht!
Holger hat uns dann in feinster Schummi-Manier nach Frankfurt kutschiert, immer in der Hoffnung, dass sich Nobbi mit einer positiven Nachricht meldet! Gegen 11.00 Uhr war es soweit: "ich sitze im Zug und bin mit den Tickets um 11.45 Uhr in Frankfurt!" Alles war gut, der Tag hatte sich zum guten bzw. sehr guten Tag entwickelt! Rainer und ich schnell den 6er-Pack Becks Gold leer gemacht und abgeklatscht!
Vier glückliche Männer In Frankfurt Bude bezogen und los zum Bahnhof um zu gucken, ob Norbert nicht gelogen hat! NEIN, da war er, in einem Paraguay-Trikot stand er froh und munter vor uns! Nach dem ersten Pils waren seine Darmprobleme endgültig ad acta gelegt!
Im Stadion war eine einzige Party! Sensationelle Stimmung! Gut, das Spiel war jetzt nicht der Überflieger! Aber von den Engländern recht souverän vorgetragen!
Der Rest war nur noch eine große Feier!

Fazit: EIN GEILER TAG


Unsere 800-Euro Freunde aus Kanada.

Selbst nach dem schlechten Spiel waren die Jungs gut drauf!!

Nizu quatscht nach dem Spiel die FIFA-Schergen zu.

Heimweg nach einem riesen Tag.


© Norbert Schwagmann, 2003-2007